Trockene Ernte

Trockene Ernte

Europaweit ist die Traubenernte 2017 die kleinste seit 2000

Nur etwa 25 Prozent der normalen Menge werden dieses Jahr geerntet werden, schätzen der italienische Önologen- und Weintechniker-Verband „Assoenologi“ und der Verband der selbstständigen Landwirte „Coldiretti“. Das entspricht der sechstgeringsten Weinlese der Nachkriegszeit.

Die hohen Ernteeinbußen sind das Ergebnis aus dem Zusammenspiel extremen Wetterlagen in ganz Europa:

Winter

Durch regenarme Wintermonate konnte der Boden kaum Wasser speichern, um die Pflanzen gut zu versorgen.

Der Winter ist entscheidend. Ist der Boden lehmig, kann er genug Feuchtigkeit speichern, um auch einen trockenen Sommer zu überstehen. Doch wenn wie im vergangenen Jahr nicht einmal in den Kältemonaten Regen fällt, dann leidet die Pflanze.

Luciano Groff

Wissenschaftler der Mach-Stiftung für Landwirtschaft bei San Michele

Frühjahr

Besonders in Frankreich, aber auch in Deutschland und anderen Anbauregionen, wurden viele Pflanzen durch Frost und Hagel zerstört.

Je höher das Weingut liegt, desto größer war die Chance auf eine normale Ernte.

Rudolf Nägeli

Präsident Stammheimer Winzergenossenschaft

Sommer

Auf den frostigen Frühling folgten im Sommer extreme Hitzewellen. Besonders in Italien, Frankreich und Spanien waren die großen Mengen heißer Luft, die aus Nordafrika über das Mittelmehr gezogen sind, zu spüren.

Während es in Deutschland regnete und gewitterte, stiegen in Südeuropa die Temperaturen auf über 40°C. Das Hoch „Luzifer“ brachte die heiße Luft aus Südafrika herüber und ließ in Italien, Spanien und Kroatien Touristen und Einheimische kochen. Die Gesundheitsbehörden warnten vor gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze.
Für Italien war dies schon die 7. große Hitzewelle dieses Sommers. In einigen Regionen wurde das Wasser knapp – in Rom stand schon eine Wasserrationierung zur Debatte.
Die Rekordtemperaturen dieses Sommers begünstigten dutzende Brände. Über 5.000 Feuer wurden seit Jahresbeginn in Italien gemeldet.

frühe Weinlese

In Italien wurde die Lese um rund 14 Tage vorgezogen, in Deutschland und Frankreich sogar um einen ganzen Monat.

Schuld an der frühen Lese sind die klimatischen Bedingungen des Jahres 2017. Durch die milden Temperaturen am Anfang des Jahres und den sehr heißen Sommer wurde die Reifung der Trauben beschleunigt. Gleichzeitig wurde die Menge der Trauben durch Frost und Hagel in April und Mai reduziert. Die starke Hitze hat außerdem dazu geführt, dass die einzelnen Trauben kleiner sind. Die frühe Lese ist die Reaktion der Winzer, um aus der übrigen Menge noch eine möglichst große Ernte zu erzielen.

In Italien war die frühe Lese notwendig, weil die Trauben wegen den Temperaturen um die 40 Grad auszudörren drohten.

Die extremen Temperaturen, die wir neuerdings erleben, haben uns zu einer verfrühten Ernte gezwungen.

Mauro Pilier

Exportleiter des Castello di Gussago

Was bedeutet das für die Ernte?

Was bedeutet das für die Ernte?

So hat die Klimaerwärmung unsere Ladenregale erreicht.

Weinernte in Deutschland

In den meisten Weinregionen Deutschlands ist die Erntemenge um mindestens 18% und mehr gesunken. Besonders hart hat es die Winzer an der Mosel getroffen – dort hatte sich der Nebel sehr lange im Tal gehalten, was den Trauben zusätzlich geschadet hat.

Es war ein turbulentes Jahr für die Winzer. Die Winzer wollten so gesundes Lesegut wie möglich ernten.

Ernst Büscher

Institutssprecher

So früh waren wir noch nie fertig. Wozu wir sonst 30 Erntetage brauchen, haben wir diesmal in 20 geschafft.

ein Sprecher der deutschen Winzer

Die Temperaturen steigen, damit wächst das Potenzial für Starkregen und Dürren.

Christoph Gornott

Agrar-Experte beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

  • Ahr: -23%
  • Mosel: -25%
  • Rheingau: -18%
  • Nahe: -18%
  • Rheinhessen: -20%
  • Pfalz: -19%
  • Hessische Bergstraße: -19%
  • Württemberg: -26%
  • Baden: -19%

Traubenernte in der EU

Die Ernteverluste in Deutschland sind verhältnismäßig gering, wenn man bedenkt, wie viel mehr Weinanbau in anderen EU-Ländern betrieben wird.

Der Rückgang in Italien von 11 und in Frankreich von 8,4 Millionen Hektolitern ist jeweils größer als der Gesamtertrag deutscher Winzer.

Ernst Büscher

Institussprecher

Italien und Frankreich sind Spitzenreiter im Weinanbau, gefolgt von Spanien. Ausgerechnet dort waren die Frost- und Hitzeschäden besonders groß.
Die Prognosen für die Ernte waren schon früh schlecht: Spanien erwartete einen Ernterückgang von 16% im Vergleich zum Vorjahr, Frankreich ebenfalls 17% und Italien 21%. Auf Sizilien ist die Lage besonders dramatisch: dort wurde ein Rückgang von 35% erwartet. Die Ernteverluste sind je nach Region sehr unterschiedlich – in manchen Regionen blieben die Weinstöcke fast unversehrt, während andere Winzer mit dramatischen Folgen der Wettterbedingungen umgehen müssen.

Weinproduktion in der EU

Wegen der langen Wasserknappheit wird es zu einem Produktionsrückgang von 20 bis 30 Prozent kommen. Dieser Rückgang wird voraussichtlich die gesamte Toskana betreffen. Mit der Qualität dürfte es keine Probleme geben.

Alessandro Bani

Direktor des Konsortiums der Chianti-Produzenten

Die Verluste im Weinbaugebiet Jura werden so etwa zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Das hängt vom Weingut ab. Der Frost, den es hier Ende April gab, hat viele Knospen zerstört.

Pierre Pignier

Winzer aus dem Jura, Frankreich

Wir beziehen die Trauben für unsere Direktsäfte ausschließlich aus mehreren Anbaugebieten in Italien, weil uns die Qualität der Rohware überzeugt. Der Ernteausfall trifft uns besonders, zumal die Rohware zuerst frisch verkauft wird oder an die Weinproduktion geht – der Saft kommt zum Schluss.

Sebastian Koeppel

geschäftsführender Gesellschafter beckers bester GmbH

Was bedeutet das für unsere Säfte und Nektare?

Was bedeutet das für unsere Säfte und Nektare?

Liebe Kundin, lieber Kunde,

außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und in genau solchen Zeiten befinden wir uns.
Schwierige Wetterbedingungen haben dazu geführt, dass die Traubenernte deutlich geringer ausgefallen ist, als im Vorjahr. Durch regenarme Wintermonate konnte der Boden kaum Wasser speichern, um die Pflanzen gut zu versorgen. Im Frühjahr wurden die Pflanzen durch späten Frost und Hagel beschädigt – darauf folgten extreme Hitzewellen. Besonders in Italien, Frankreich und Spanien waren die großen Mengen heißer Luft, die aus Nordafrika über das Mittelmehr gezogen sind, zu spüren. Obwohl viele Winzer mit einer früheren Ernte reagierten, sind etliche Trauben einfach vertrocknet.

Aus der ca. 25% schlechteren Ernte wird nun zunächst die Weinproduktion und der Frischobstmarkt versorgt . Das bedeutet, dass für die Saftherstellung nur noch ca. 50% der benötigten Menge verbleiben. Dadurch steigen die Rohwarenpreise enorm an.

In dieser schwierigen Situation sind wir leider dazu gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die uns selbst nicht gefallen. Solche extremen Preissteigerungen der Rohware gefährden die Existenz eines Familienunternehmens wie das unsere massiv. Deshalb müssen wir ebenfalls mit einer Preisanpassung reagieren.

Diese Maßnahme möchten wir natürlich so schnell es geht wieder rückgängig machen – in Ihrem und in unserem Interesse.
Über Ihr Verständnis würde ich mich sehr freuen!

Sebastian Koeppel
Urenkel von Bertha Becker und geschäftsführender Gesellschafter

Folgende Produkte sind von dieser Maßnahme betroffen:

1L Mehrweg Sortiment

Wir werden eine Preiserhöhung für das Produkt Rote Traube vornehmen.

1L Tetra-Pak

Wir werden eine Preiserhöhung für die Produkte Rote und Weiße Traube vornehmen.

Das Symbol einer Ausnahmesituation

Damit Du erkennst, welche Produkte von der trockenen Ernte betroffen sind, haben wir diese mit unserem Rebstock gekennzeichnet.

Das Symbol einer Ausnahmesituation

Damit Du erkennst, welche Produkte von der trockenen Ernte betroffen sind, haben wir diese mit unserem Rebstock gekennzeichnet.

Noch Fragen?

Vielleicht ist hier schon die Antwort dabei.

Warum sind die Säfte jetzt teurer?

Da nun ein Mangel an Rohware herrscht, sind die Preise wegen der gleichbleibenden Nachfrage deutlich gestiegen. Um als Unternehmen weiter existieren zu können, müssen wir die Preise anpassen.

Warum gab es die „trockene Ernte“ nur bei der Traube?

Auch andere Fruchtsorten sind dieses Jahr von den Auswirkungen der Wetterbedingungen betroffen, zum Beispiel Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Heidelbeeren, Rhabarber, schwarze und rote Johannisbeeren. Bei Produkten, die Äpfel und Kirschen enthalten, mussten wir ebenfalls die Preise anpassen oder die Rezepturen ändern.
Dies betrifft folgende Produkte:

  • Tetra-Pak: klarer Apfel, naturtrüber Apfel, Kirsche, Frühstückssaft, Multi
  • 1L Mehrweg: klarer Apfel, naturtrüber Apfel, Apfel-Johannisbeere, Apfel-Rhabarber, Apfel-Birne, Kirsche, Apfel-Schorle
  • PET: klarer Apfel, naturtrüber Apfel, Apfel-Birne, Apfel-Johannisbeere, Apfel-Rhabarber, Orange

Weitere Infos findest du unter http://www.frostige-ernte.de

Die restlichen Früchte sind in unseren Säften nicht enthalten.

Warum importiert Ihr dann keine Trauben aus anderen Ländern?

Da wir unsere Trauben aus Italien importieren, erhalten wir die Rohware schon aus einem Land, welches die größten Weinerträge produziert. In den europäischen Nachbarländern Frankreich und Spanien sind die Ernteerträge auch stark reduziert, weshlab der Import aus diesen Ländern keine Alternative darstellt.

Warum sind die Säfte der anderen Fruchtsafthersteller nicht teurer?

Sie haben sich bestimmt gefragt, wieso andere Safthersteller ihre Säfte nicht teurer verkaufen müssen. Dies liegt meistens daran, dass diese noch Ware aus dem Vorjahr gelagert haben und diese zuerst aufbrauchen können. So können sie die schlechte Ernte dieses Jahres bis zur nächsten Ernte überbrücken. Wir als relativ kleines Familienunternehmen haben leider nicht die Möglichkeit, so viel Rohware zu lagern und sind deshalb viel abhängiger von den aktuellen Preisen.

Warum sehe ich die Preiserhöhung noch nicht im Regal?

Die Preiserhöhung wird von uns zunächst nur an die Märkte weitergegeben. Diesen ist es dann überlassen, ob sie den Preis an den Kunden weitergeben oder mit einem geringeren Gewinn auskommen. Es kann also Märkte geben, die sich bewusst gegen eine Preiserhöhung entscheiden.
Wir selbst möchten natürlich, dass die Preiserhöhung so bald wie möglich wieder rückgängig gemacht werden kann, damit Sie unsere Produkte zu den gewohnten Preisen in Ihrem Markt erhalten können.

Frage doch nicht beantwortet?

Ruf uns an unter +49 (5503) 9858-66 oder