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Wo sich die Prinzen mit Kaiser Wilhelm trafen
"Holländischer Prinz", "Finkenwerder Herbstprinz" und "Stahls Winterprinz" sind genau wie der "Kaiser Wilhelm" oder der "Geheimrat Dr. Oldenburg" alte Obstsorten, die am 11.11.2009 auf der Wiese am Schafstall der BIOLAND Schäferei Paulus gepflanzt wurden.

Klasse 4 B der Grundschule Wahrenholz
Dies hatte jedoch nichts mit Karneval, sondern vielmehr mit aktivem Naturschutz zu tun. Die Schüler der Klasse 4 B und ihre Klassenlehrerin Silka Hild von der Grundschule Wahrenholz waren eifrig dabei und halfen der Schäferei Paulus, die 25 Hochstämme zu pflanzen.
Birgit Petersen von der Naturschutzberatung des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen erklärte den Schülerinnen und Schülern, warum Streuobstwiesen so wertvolle Lebensräume sind, wie man Bäume veredelt und wie man Bäume pflanzt.
Dr. Oskar Kölsch war vor Ort, denn die Fläche ist eine Naturschutzfläche, die der Aktion Fischotterschutz gehört.
Während das Kompetenzzentrum die fachliche Beratung übernahm, die Aktion Fischotterschutz die Fläche bereitstellte, die Schäferei Paulus die nachhaltige Bewirtschaftung der Streuobstwiese übernehmen wird, haben wir von beckers bester die ganze Aktion finanziell ermöglicht.
Dies ist mittlerweile die 32. Streuobstwiese, die wir mit gefördert haben. Insgesamt wachsen in Niedersachsen heute über 1.000 Apfelbäume, die durch unsere Kooperation mit dem Kompetenzzentrum und anderen von uns geförderten Streuobstwiesenprojekten entstanden sind.

Nach dem Pflanzen muss der Baum fixiert und stabiliert werden
Dabei legen wir großen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften. Eine Streuobstwiese ist schnell mal angelegt, aber was passiert dann? Wir stellen sicher, dass die von uns geförderten Streuobstwiesenpatenschaften auch in Zukunft gepflegt, Bäume geschnitten und die Äpfel geerntet werden. Dies können wir aber selbst nicht leisten. Daher legen wir Wert auf Kooperationen, wie z.B. mit der BIOLAND Schäferei Paulus, der wir an dieser Stelle herzlich danken.
Bereits seit über 20 Jahren engagieren wir uns im Umwelt- und Naturschutzbereich. Streuobstwiesen liegen uns besonders am Herzen, da sie die Quelle unseres unternehmerischen Erfolges sind.

Wolfgang Pohl von der Schäferei Paulus erläutert die Anbringung des Bissschutzes
Wichtig ist uns darüber hinaus auch, junge Menschen mit einzubeziehen, so wie in Wahrenholz. 22 Kinder waren mit Fleiß und viel Eifer dabei, viele hatten zum ersten Mal einen Spaten in der Hand.
Jeder Mensch sollte einmal im Leben einen Apfelbaum pflanzen - dieses Ziel haben die Viertklässler jetzt schon erreicht.
Streuobstwiesen waren früher charakteristischer Bestandteil der Kulturlandschaft und stellen einen besonderen Lebensraum dar, in dem mehr als 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten vorkommen können. Mit zunehmender Ausbreitung des niederstämmigen Plantagen-Obstanbaus -Mitte des 20. Jahrhunderts - verloren viele Streuobstwiesen ihre Bedeutung. Ihre Nutzung wurde aufgegeben und sie verbuschten oder wurden komplett gerodet. Damit verschwanden auch viele Obstsorten, die früher in der jeweiligen Region typisch waren.